Wissensbeitrag
Urban Hubs
Standortentwicklung
Parkflächen als Urban Hubs: Mehr als nur ein Ort zum Abstellen
Ein Padelcourt, ein Foodtruck, eine Paketstation oder ein Micro-Hub für die letzte Meile: Immer mehr Parkflächen werden zu Standorten mit eigenem Angebot statt reinen Abstellflächen für Fahrzeuge.
Ein Parkplatz ist heute selten nur ein Parkplatz
Klassisch wird eine Parkfläche nach einer einzigen Kennzahl bewertet: Wie viele Fahrzeuge stehen dort, wie lange, zu welchem Tarif. Diese Betrachtung greift zu kurz, sobald man die Fläche als Standort begreift. Zusätzliche Nutzungen wie Freizeitangebote, Gastronomie oder Logistikinfrastruktur erzeugen eigene Frequenz – unabhängig davon, wie viele Autos gerade geparkt sind.
Freizeitangebote sorgen für Frequenz abseits der Stoßzeiten
Wie schnell sich neue Nutzungsformen etablieren, zeigt der Padel-Boom: Ende 2025 zählte Deutschland 1.255 Padel-Courts, wie die Plattform Padelfinder Anfang Januar 2026 vermeldete – ein Meilenstein für eine Sportart, die erst seit wenigen Jahren im deutschen Markt ankommt. Nach Einschätzung der Redaktion machen dabei gerade gute Erreichbarkeit, ausreichend Parkplätze und eine angeschlossene Gastronomie aus einer einfachen Anlage einen echten Hotspot. Ein Padelcourt oder ein Foodtruck auf einer bislang wenig genutzten Teilfläche kann also gezielt Besucher anziehen, die sonst nicht dort gewesen wären – auch außerhalb der klassischen Parkspitzen am Morgen und frühen Abend.
Parkflächen als Ausgangspunkt für die letzte Meile
Auch aus der Logistik kommt Nachfrage nach genau solchen Flächen. Eine im Auftrag der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation durchgeführte Studie der Hamburg School of Business Administration untersuchte ein Pilotprojekt, bei dem Pakete über innerstädtische Micro-Depots statt klassischer Lieferfahrzeuge verteilt wurden: Vorher belieferten neun Fahrzeuge das betroffene Innenstadtgebiet, mit bis zu 120 Stopps pro Tour. Die Gutachter empfahlen im Anschluss ausdrücklich, weitere Standorte für solche Micro-Depots zu erschließen – unter anderem auf Flächen in Parkhäusern, da öffentlicher Raum dafür zunehmend knapp wird.
„Ein Parkplatz ist für uns die Basis, nicht das Ziel."
— Steffen Mayer, Co-Founder Die Parkerei
Was das für Standortbetreiber bedeutet
Die Parkerei bewirtschaftet Flächen je nach Standort mit oder ohne Schranke – Grundlage ist immer die digitale, kamerabasierte Kennzeichenerkennung. Diese Technik lässt sich unabhängig davon einsetzen, ob eine Fläche ausschließlich dem Parken dient oder zusätzlich einen Padelcourt, eine Paketstation, einen Lebensmittelautomaten oder einen Micro-Hub für die letzte Meile beherbergt. Für Eigentümer bedeutet das: Die Kernfunktion Parken bleibt digital und automatisiert steuerbar, während sich um sie herum zusätzliche Angebote entwickeln können, die eigene Erträge und eigene Besucherströme bringen.
- Digitale Kennzeichenerkennung als gemeinsame technische Basis für alle Nutzungsarten
- Freizeit- und Gastronomieangebote schaffen Frequenz auch außerhalb der Parkspitzen
- Teilflächen lassen sich für Paketstationen oder Micro-Hubs der letzten Meile bereitstellen
- Zugang mit oder ohne Schranke, je nach Sicherheits- und Nutzungsanforderung
Quellen: Padelfinder, „1255 Padel-Courts in Deutschland", 02.01.2026 · Eurotransport, „Studie zum Micro-Hub-Konzept von UPS: Die Letzte Meile in Hamburg ist modellhaft" (Studie der Hamburg School of Business Administration), 29.01.2018
Die Parkerei



