Glossar: Parkraumbewirtschaftung
Aktualisiert am 6. September 2026
Kurze, verständliche Erklärungen der wichtigsten Begriffe rund um digitale Parkraumbewirtschaftung. Für Eigentümer, Kommunen und alle, die sich in das Thema einlesen.
ANPR (Kennzeichenerkennung)
- ANPR steht für Automatic Number Plate Recognition, auf Deutsch automatische Kennzeichenerkennung. Kameras an Ein- und Ausfahrt einer Parkfläche lesen das Kennzeichen eines Fahrzeugs und wandeln es in Text um. Aus der Zeit zwischen Einfahrt und Ausfahrt ergibt sich die Parkdauer und daraus der zu zahlende Betrag. Weil das Kennzeichen als Kennung dient, braucht es weder Schranke noch Papierticket. Die Parkerei nutzt ANPR als Grundlage der schrankenlosen Bewirtschaftung. Die erfassten Daten dienen ausschließlich der Abwicklung des Parkvorgangs und werden danach gelöscht.
Schrankenloses Parken
- Schrankenloses Parken bezeichnet eine Parkfläche ohne physische Schranke an der Zufahrt. Der Zutritt ist jederzeit frei, die Erfassung läuft über Kennzeichenerkennung. Für Betreiber und Nutzer entfallen damit Rückstau an der Schranke, defekte Automaten und verlorene Tickets. Es gibt kein Nadelöhr, das den Verkehrsfluss bremst. Bezahlt wird während oder nach dem Parken, digital per QR-Code, Terminal oder kontaktlos, und eine spätere Nachzahlung ist möglich. Schrankenlose Systeme lassen sich schneller installieren als Schrankenanlagen, weil keine baulichen Eingriffe an der Zufahrt nötig sind.
Zwischennutzung
- Zwischennutzung bedeutet, dass eine Fläche befristet genutzt wird, bevor sie ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt wird. Bei Parkflächen betrifft das häufig Baugrundstücke oder Areale vor einem Umbau: Bis Baurecht, Finanzierung oder Planung stehen, liegt das Grundstück oft jahrelang brach. Als bewirtschafteter Parkplatz erzeugt es in dieser Zeit Einnahmen und deckt laufende Kosten wie die Grundsteuer. Digitale, schrankenlose Technik eignet sich dafür besonders, weil sie ohne bauliche Eingriffe auskommt und sich am Ende rückstandslos zurückbauen lässt. Die Parkerei arbeitet für solche Fälle mit flexiblen, auch kurzfristigen Vertragslaufzeiten.
Quartiersgarage
- Eine Quartiersgarage ist eine gemeinschaftlich genutzte Parkierungsanlage für ein Wohnquartier. Statt jedem Gebäude eine eigene Tiefgarage zuzuordnen, bündelt sie die Stellplätze mehrerer Häuser an einem Ort. Das spart Fläche und Baukosten und hält das Quartier weitgehend autofrei. Genutzt wird die Anlage meist von mehreren Gruppen gleichzeitig: Bewohnern mit Dauerstellplatz, Gewerbemietern und Besuchern. Digitale Bewirtschaftung mit Kennzeichenerkennung erlaubt es, diese Gruppen mit unterschiedlichen Tarifen und Rechten auf einer Plattform zu steuern. Die Parkerei betreibt unter anderem die Quartiersgarage im Neubauquartier Hebebrandstraße in Hamburg.
Feierabendparken
- Feierabendparken bezeichnet die Nutzung einer Parkfläche außerhalb ihrer Hauptbetriebszeiten, in der Regel abends und am Wochenende. Typisches Beispiel sind Supermarkt- oder Gewerbeparkplätze, die tagsüber von Kunden gebraucht werden und danach leer stehen. Statt die Fläche ungenutzt zu lassen, wird sie in den Randzeiten gegen Gebühr für Anwohner und Besucher geöffnet. Für den Eigentümer entsteht eine zusätzliche Einnahmequelle ohne neue Flächenversiegelung, im Umfeld sinkt der Parksuchverkehr. Voraussetzung ist eine digitale Steuerung, die Tarife und Zeitfenster je nach Nutzergruppe automatisch umschaltet. Die Parkerei bietet Feierabendparken unter anderem an mehreren Norma-Standorten in Baden-Württemberg an.
Umsatzbeteiligung
- Bei einer Umsatzbeteiligung wird der Eigentümer einer Parkfläche prozentual an den Parkeinnahmen beteiligt, die der Betreiber erwirtschaftet. Die Auszahlung schwankt mit der Auslastung: In nachfragestarken Monaten fällt sie höher aus, in schwachen niedriger. Der Eigentümer trägt damit einen Teil des Auslastungsrisikos, hat aber auch Anteil an der Chance, wenn ein Standort besser läuft als erwartet. Die Umsatzbeteiligung ist eines von mehreren Vertragsmodellen; welches passt und wie die Anfangsinvestition aufgeteilt wird, hängt von Lage, Nutzung und Risikobereitschaft ab und wird individuell vereinbart.
Pacht (Festmiete)
- Bei einer Pacht oder Festmiete zahlt der Betreiber dem Eigentümer einen fest vereinbarten Betrag für die Nutzung der Parkfläche, unabhängig von der Auslastung. Der Eigentümer hat damit eine planbare, gleichbleibende Einnahme und trägt kein Auslastungsrisiko; dieses liegt vollständig beim Betreiber. Im Gegenzug partizipiert der Eigentümer nicht an zusätzlichen Erlösen, wenn der Standort besser läuft als kalkuliert. Die Pacht ist eines von mehreren Vertragsmodellen der Parkraumbewirtschaftung. Wie sie ausgestaltet wird und wer die Anfangsinvestition in die Technik trägt, ist Verhandlungssache und wird individuell vereinbart.
Parkraumkonzept
- Ein Parkraumkonzept ist eine geordnete Planung, wie der Parkraum in einem festgelegten Gebiet organisiert, bewirtschaftet und verteilt wird. Kommunen und Quartiersentwickler nutzen es, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen: wo geparkt wird, zu welchen Tarifen, mit welchen Zeitfenstern und wie Anwohner, Besucher und Gewerbe gewichtet werden. Ziel ist meist weniger Parksuchverkehr, eine gerechtere Verteilung knapper Flächen und, wo gewünscht, eine Lenkung hin zu anderen Verkehrsmitteln. Ein digitales Bewirtschaftungssystem liefert die Datengrundlage, weil es Auslastung, Stoßzeiten und Nutzungsmuster laufend erfasst. So lässt sich ein Konzept anpassen, statt es einmalig festzuschreiben.
Nachzahlung
- Als Nachzahlung wird die Bezahlung eines Parkvorgangs nach dem Verlassen der Parkfläche bezeichnet. Bei schrankenlosen Systemen mit Kennzeichenerkennung muss nicht sofort bezahlt werden; wer die Zahlung vor Ort vergisst oder überspringt, kann den Betrag später begleichen. Bei der Parkerei ist eine Nachzahlung bis zu 48 Stunden nach der Ausfahrt möglich, digital per Karte oder QR-Code, in der Regel über eine Webseite oder einen QR-Code vom Standort. Verstreicht auch die 48-Stunden-Frist, entsteht ein offener Betrag, den der Betreiber nachfordert. Die Nachzahlung senkt die Zahl der Beanstandungen und macht das Parken für gutwillige Nutzer stressfrei.
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