Zwischennutzung Innenstadt Esslingen: 80 Stellplätze digital vernetzt
- Kunde
- Strabag
- Standort
- Esslingen, Baden-Württemberg
- Objekttyp
- Zwischennutzung Innenstadt
- Stellplätze
- 80
- Nutzergruppen
- Kurzzeitparker (Innenstadtbesucher), Längerparker (Nachttarif)
- Technik
- Automatisierte Kennzeichenerkennung, QR-Code-Bezahlung, Videoüberwachung
- Live seit
- März 2025
Die Martinstraße liegt mitten in der Esslinger Innenstadt. Auf dem Areal zwischen Martinstraße und Ehnisgasse, dem ehemaligen Karstadt-Grundstück, lag über Jahre eine offene Parkfläche mit rund 80 Stellplätzen, ein Teil davon unter einem Leichtdach mit 2,10 Meter Einfahrtshöhe. Strabag Real Estate hat das gesamte Areal übernommen und entwickelt es neu: Auf der bisherigen Parkfläche entstehen mehrere Wohngebäude, das frühere Kaufhaus wird umfassend modernisiert. Zwischen der Übernahme und dem Start der Bauarbeiten lag ein Zeitfenster von wenigen Monaten.
Ausgangslage
Auch eine kurze Vorlaufphase vor einem so großen Redevelopment kostet den Eigentümer Geld. Finanzierungs- und Nebenkosten laufen weiter, während das Areal selbst nichts einbringt. Für eine Parkfläche in dieser Innenstadtlage kommt hinzu, dass sie stark nachgefragt ist. Wird sie nicht geregelt bewirtschaftet, parken dort Besucherinnen und Besucher der Innenstadt kostenlos, und der Eigentümer trägt trotzdem Verkehrssicherungspflicht und Unterhalt. Strabag suchte für die wenigen Monate bis zum Baubeginn eine Lösung, die ohne eigenen Aufwand Einnahmen erzielt und die sich genauso schnell wieder beenden lässt, wie sie startet. Kassenautomaten aufzustellen, Personal einzuplanen oder Dauerkarten auszugeben, lohnt sich für ein so kurzes Zeitfenster nicht.
Lösung
Die Parkerei hat die rund 80 Stellplätze von März bis Juli 2025 vollständig automatisiert bewirtschaftet. Eine Kamera an der Zufahrt erfasst jedes einfahrende Kennzeichen, eine Kontrolle durch Personal vor Ort ist dafür nicht nötig. Bezahlt wird ausschließlich per QR-Code über das Smartphone. Direkt an der Ein- und Ausfahrt sind die Tarife ausgewiesen: 2,00 Euro je angefangene 60 Minuten, ein Nachttarif von 3,00 Euro zwischen 19 und 8 Uhr für längeres Parken, gedeckelt auf ein Tagesmaximum von 15,00 Euro. Wird kein Ticket gelöst, wird eine Vertragsstrafe von mindestens 35 Euro fällig, die die Durchsetzung ohne Personal vor Ort trägt. Die Fläche war rund um die Uhr in Betrieb und videoüberwacht.
Für Strabag bedeutete das: Die Fläche brachte über die gesamte Vorbereitungsphase laufend Einnahmen, ohne dass der Entwickler Technik, Kassen oder Personal stellen musste. Der Aufbau beschränkte sich auf Beschilderung und Kamera, der Rückbau am Ende genauso. Die kurze Laufzeit war kein Sonderfall, sondern Teil des Modells. Die Bewirtschaftung lässt sich auf einen festen Zeitraum auslegen und endet mit dem Baustart, ohne Restlaufzeiten oder Kündigungsfristen.
Das Projekt zeigt, wie sich das Geschäftsmodell der Parkerei auf innerstädtische Projektgrundstücke mit sehr kurzem Vorlauf übertragen lässt. Auch wenige Monate zwischen der Übernahme eines Areals und dem Baubeginn reichen aus, um eine gefragte Parkfläche digital zu bewirtschaften, statt sie ungeregelt zu lassen.
Ergebnis
Von März bis Juli 2025 war die Parkfläche auf dem Areal an der Martinstraße durchgehend digital bewirtschaftet, statt in der Redevelopment-Vorbereitung kostenlos genutzt zu werden. Strabag erzielte in diesen Monaten laufende Einnahmen aus den rund 80 Stellplätzen, ohne eigenes Personal oder eigene Kassentechnik. Mit dem Baubeginn im Juli 2025 wurde die Bewirtschaftung planmäßig beendet, Beschilderung und Kameratechnik wurden zurückgebaut.
Da es sich um eine bewusst befristete Zwischennutzung handelte, führen wir hier keine langfristigen Auslastungs- oder Ertragskennzahlen. Der Fall zeigt aber, dass sich eine automatisierte Bewirtschaftung schon für ein Zeitfenster von wenigen Monaten rechnet, wenn Lage und Nachfrage stimmen.




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