Wissensbeitrag
Gewerbeimmobilien
Mehrfachnutzung
Mehrfachnutzung von Bürotiefgaragen: Ungenutzte Fläche wird zur Einnahmequelle
Abends, am Wochenende und häufig auch tagsüber steht ein großer Teil der Stellplätze in Bürotiefgaragen leer. Digitale Zugangstechnik macht es möglich, diese Kapazität freizugeben, statt sie ungenutzt zu lassen.
Gewerbliche Stellplätze sind selten voll ausgelastet
Eine Untersuchung von Stellplätzen im Kölner Agnesviertel, über die das Zukunftsnetz Mobilität NRW berichtet, zeigt ein deutliches Muster: Bei gewerblich und öffentlich genutzten Flächen liegt die Auslastung oft unter 30 Prozent. Auch reine Wohnstellplätze werden im Schnitt nur zu rund 64 Prozent genutzt. Rund zwei Drittel der untersuchten Plätze waren durch Tore oder Schranken gesichert – nach Einschätzung der Studie ließen sich durch digitale Zugangssysteme allein in diesem einen Stadtviertel zwischen 995 und 1.300 zusätzliche Stellplätze aktivieren, ohne eine einzige neue Fläche zu bauen.
Für Bürotiefgaragen bedeutet das konkret: Tagsüber unter der Woche belegen Mitarbeitende einen Großteil der Plätze, abends und am Wochenende steht die Fläche dagegen fast vollständig leer. Genau dieses Zeitfenster bleibt bislang meist ungenutzt.
Feierabend und Wochenende sind keine Ruhephase, sondern verschenktes Potenzial
Eine Tiefgarage verursacht unabhängig von ihrer Auslastung laufende Kosten – Fläche, Betrieb, Instandhaltung. Bleibt sie außerhalb der Bürozeiten geschlossen, entsteht in dieser Zeit kein Ertrag, obwohl die Infrastruktur längst vorhanden ist. Digitale, kamerabasierte Kennzeichenerkennung erlaubt es, genau diese Randzeiten für externe Nutzer zu öffnen, ohne dass vor Ort Personal anwesend sein oder der Eigentümer den Zugang manuell steuern muss.
„Bürotiefgaragen stehen abends und am Wochenende leer – doch genau dort liegt ungenutztes Potenzial. Durch intelligente Steuerung wird aus statischem Parkraum eine dynamische Ressource: Tagesauslastung optimieren, Nachtkapazitäten aktivieren, Wertschöpfung maximieren."
— Steffen Mayer, Co-Founder Die Parkerei
Kiel zeigt, wie sich eine bestehende Schrankenanlage öffnen lässt
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein Modellprojekt am Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ), dokumentiert vom Smart City Dialog des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Dort wurde eine bestehende Schrankenanlage um Kennzeichenerkennung, eine Buchungsmöglichkeit per App und Belegungssensorik erweitert. Das Ergebnis: Eine bislang nicht-öffentliche Parkfläche wurde für Anwohnerinnen und Anwohner nutzbar gemacht – die vorhandene Technik musste dafür nicht ersetzt, sondern nur digital ertüchtigt werden.
Übertragen auf Bürotiefgaragen zeigt das Beispiel, dass sich Öffnung und Sicherheit nicht ausschließen: Eine Schranke bleibt bestehen, steuert den Zugang aber automatisiert nach Zeitfenster und Nutzergruppe statt starr für alle Zeiten gleich.
Was das für Eigentümer von Bürotiefgaragen bedeutet
Die Parkerei bewirtschaftet Flächen je nach Szenario mit oder ohne Schranke – Grundlage ist immer die digitale, kamerabasierte Kennzeichenerkennung. Bei einer Bürotiefgarage lässt sich damit ein Zeitplan hinterlegen, der unter der Woche tagsüber weiterhin den Mitarbeitenden Vorrang gibt, freie Kapazitäten aber flexibel für Kurzparker öffnet und die Fläche abends sowie am Wochenende vollständig freigibt.
- Bestehende Mitarbeiterparkplätze bleiben während der Kernzeiten reserviert
- Freie Plätze werden tagsüber je nach Auslastung für Kurzparker freigegeben
- Abend- und Wochenendnutzung erschließt zusätzliche Einnahmen ohne bauliche Veränderung
- Zugang und Abrechnung laufen automatisiert über Kennzeichenerkennung, mit oder ohne Schranke
Für Eigentümer entsteht so aus einer bereits vorhandenen, teilweise ungenutzten Fläche eine zusätzliche Ertragsquelle – ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand im Tagesgeschäft.
Quellen: Zukunftsnetz Mobilität NRW, „Mehrfachnutzung von Stellplätzen: Große Chancen für Städte", 25.08.2025 · Smart City Dialog (BMWSB), „Handlungsempfehlung Mehrfachnutzung von Parkflächen" (KielRegion, 2024)
Die Parkerei



