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Haushalt
Rekorddefizit bei Kommunen: Wie Freibäder, Sporthallen und Wanderparkplätze den Haushalt entlasten können
Deutschlands Kommunen verzeichnen das höchste Haushaltsdefizit seit der Wiedervereinigung. Gleichzeitig liegen an Freibädern, Sporthallen, Veranstaltungsflächen, Badeseen und Wanderparkplätzen Flächen ungenutzt, die sich ohne Eintrittspreiserhöhung monetarisieren lassen.
Kommunale Haushalte unter Rekorddruck
Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts vom 1. April 2026 wiesen die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände (ohne Stadtstaaten) im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 31,9 Milliarden Euro auf – das höchste seit der deutschen Vereinigung 1990 und 7,1 Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024 (24,8 Milliarden Euro). Grund dafür: Die bereinigten Ausgaben stiegen 2025 um 5,6 Prozent auf 423,3 Milliarden Euro, während die Einnahmen nur um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro zulegten. Die Personalausgaben wuchsen mit 6,8 Prozent auf 113,4 Milliarden Euro überdurchschnittlich.
Freizeitflächen sind oft ein Zuschussgeschäft
Viele kommunale Freizeiteinrichtungen erwirtschaften strukturell Verluste. Ein Beispiel: Das Freibad am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern), betrieben von der Gemeinde Bentzin, bietet freien Eintritt – der Betrieb ist laut Nordkurier seit jeher ein Zuschussgeschäft, meist im fünfstelligen Bereich. Gleichzeitig zieht der Kiessee durch Sandstrand, Rutsche und Veranstaltungen zunehmend Gäste von außerhalb an, was den Druck auf die vorhandene Parkfläche erhöht.
Parkflächen als bislang ungenutztes Ertragspotenzial
Genau hier setzen viele Kommunen inzwischen an. Die Gemeinde Bentzin hat entschieden, die Bewirtschaftung der Parkflächen am Kiessee einem darauf spezialisierten Unternehmen zu übertragen: schrankenfreies Free-Flow-Parken auf Basis von Kennzeichenerkennung, ganzjährige statt nur saisonale Gebührenpflicht (künftig auch für motorisierte Zweiräder) und eine Erweiterung der Parkfläche. Ziel ist es laut Bürgermeisterin Grit Gawrich, das Defizit der Einrichtung zu verringern und den Eintritt zum Freibad selbst weiterhin kostenlos zu halten. Auch die Gemeinde Kressbronn am Bodensee hat ihren Strandbadparkplatz für rund 1,6 Millionen Euro saniert und technisch aufgerüstet; die angepasste Gebührenordnung greift dort ab dem 1. Mai 2026.
Das Prinzip lässt sich auf weitere kommunale Flächen übertragen: Sporthallen und Veranstaltungsflächen haben planbare Spitzenzeiten mit hohem Parkdruck, Wanderparkplätze verzeichnen vor allem an Wochenenden und in der Saison hohes Aufkommen. In beiden Fällen bleibt die Fläche außerhalb dieser Zeiten oft ungenutzt und damit ungenutztes Ertragspotenzial.
„Die Kommunen haben die Möglichkeit, Flächen, die aktuell noch kostenfrei zur Verfügung stehen, zu monetarisieren, um damit beispielsweise Freibäder und andere Einrichtungen zu subventionieren."
— Stefan Knödler, Co-Founder Die Parkerei
Wie sich das konkret umsetzen lässt
Für Kommunen ist entscheidend, dass die Bewirtschaftung ohne eigene Investition und ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand läuft. Digitale Kennzeichenerkennung bildet dabei die technische Basis – ob zusätzlich eine Schrankenanlage sinnvoll ist, hängt vom Standort ab: Bei Veranstaltungsflächen mit hohem Zufahrtsschutzbedarf kann eine Schranke sinnvoll sein, an offenen Flächen wie Wanderparkplätzen oder Freibad-Parkplätzen funktioniert die Bewirtschaftung meist auch schrankenlos. Bezahlt wird bargeldlos per App, Kennzeichenerkennung oder Kartenterminal – ohne Münzautomat, der geleert und gewartet werden müsste.
- Parkflächen an Freibädern, Sporthallen, Veranstaltungsorten, Badeseen und Wanderparkplätzen eignen sich für digitale Bewirtschaftung
- Der Eintritt oder die Nutzung der Einrichtung selbst muss dafür nicht teurer werden
- Mit oder ohne Schranke – je nach Standort und Sicherheitsbedarf
- Ganzjährige oder saisonale Bewirtschaftung möglich, je nach Nutzungsmuster der Fläche
- Bargeldlose Bezahlung ohne Münzautomat, Leerung oder Werttransport
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), „Kommunen verzeichnen im Jahr 2025 neues Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro", Pressemitteilung Nr. 114, 01.04.2026 · Nordkurier, „Baden kann man hier immer noch kostenlos, aber beim Parken wird's jetzt richtig streng", 19.03.2026 · Gemeinde Kressbronn, „Gemeinde passt Parkgebühren an"
Die Parkerei



