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Kundenfreundlichkeit entscheidet: Wie sich die Parkraumtechnik weiterentwickelt

Bild: Alan J. Hendry / Unsplash

Wissensbeitrag

Parkraumtechnik

Kundenerlebnis

Kundenfreundlichkeit entscheidet: Wie sich die Parkraumtechnik weiterentwickelt

Von Stefan Knödler und Steffen Mayer · Aktualisiert am 29. September 2026

Die Parkraumtechnik hat in wenigen Jahren mehr verändert als in den Jahrzehnten davor. Doch ob eine Lösung angenommen wird, entscheidet sich nicht an der Technik, sondern daran, wie einfach das Parken für den Nutzer wird.

Vom Schrankenticket zur Kennzeichenerkennung

Die Entwicklung der Parkraumtechnik lässt sich als eine lange Bewegung weg vom Papier beschreiben: von der manuell bedienten Schranke über die elektrische Schranke mit gezogenem Ticket bis zu Systemen, die das Fahrzeug automatisch anhand seines Kennzeichens erkennen. Herzstück moderner Systeme ist die kamerabasierte, KI-gestützte Kennzeichenerkennung (ANPR, Automatic Number Plate Recognition). Hochauflösende Kameras erfassen das Kennzeichen in Echtzeit, das Kennzeichen dient anschließend als virtuelles Parkticket, und Ein- und Ausfahrt werden mit dem Bezahlvorgang verknüpft.

Der Bruch mit dem alten Modell ist grundlegend: Wo früher jeder Parkraum ein abgeschlossener Kosmos zwischen Ein- und Ausfahrt war, entstehen heute durchgängige, digitale Vorgänge. Die eigentliche Frage ist damit nicht mehr, ob die Technik funktioniert, sondern ob sie den Alltag der Parkenden tatsächlich erleichtert.

Akzeptanz ist das eigentliche Nadelöhr

Die Bereitschaft zum Umstieg ist längst da – sie stößt aber auf fehlende Angebote. In einer repräsentativen girocard-Umfrage von 2026 gaben 44 Prozent der befragten Autofahrer an, schon einmal kein Parkticket gelöst zu haben, weil am Automaten keine bargeldlose Zahlung möglich war. 55 Prozent wünschen sich grundsätzlich die Möglichkeit, Parkgebühren auch ohne Münzen und Scheine zu begleichen; bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 75 Prozent.

Zugleich zeigt sich, wie zäh Gewohnheiten sind. In einer YouGov-Befragung von Anfang 2025 gaben 55 Prozent der Autofahrer an, ihr Parkticket am liebsten bar zu bezahlen – parallel hatten aber bereits 34 Prozent eine Park-App zum digitalen Bezahlen genutzt. Der Rückstand ist im internationalen Vergleich deutlich: Einer Studie zufolge erfolgen in Deutschland nur rund 5 Prozent der Parkzahlungen digital, in Schweden dagegen etwa 40 Prozent. Der Engpass liegt also selten am Willen der Nutzer, sondern an einem Angebot, das die einfache Variante zu oft nicht anbietet.

Was „kundenfreundlich" konkret heißt

Kundenfreundlichkeit ist kein Gefühl, sondern lässt sich an konkreten Reibungspunkten festmachen, die ein gutes System beseitigt:

  • Kein Suchen nach passendem Kleingeld und kein Ärger mit fehlendem Wechselgeld
  • Keine Wartesituation an Schranke oder Automat, weil das Fahrzeug automatisch erkannt wird
  • Abrechnung nach tatsächlicher Parkdauer statt pauschal aufgerundeter Zeit
  • Verständliche, transparente Tarife und ein nachvollziehbarer Bezahlvorgang
  • Eine erreichbare Anlaufstelle bei Rückfragen – nicht nur ein Automat

Auch der oft genannte Einwand des Datenschutzes relativiert sich in den Befragungen: In einer länderübergreifenden Studie äußerte die Mehrheit der Teilnehmer (51 Prozent) keine Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit beim automatischen Parken – Voraussetzung ist eine DSGVO-konforme Erfassung, bei der Kennzeichen nach regelkonformer Nutzung zeitnah gelöscht werden.

Kundenfreundlichkeit als Konstruktionsprinzip

Technik entfaltet ihren Nutzen erst, wenn sie sich am Menschen ausrichtet und nicht umgekehrt. Genau hier setzt der Anspruch an, jede Lösung von der Nutzerseite her zu denken – vom ersten Einfahren bis zum Bezahlen.

„Technik allein gewinnt niemanden. Akzeptanz entsteht erst, wenn das Parken für den Nutzer spürbar einfacher wird als vorher – kein Kleingeld suchen, keine Automaten, keine Wartesituation. An diesem Maßstab messen wir jede Lösung."

— Steffen Mayer, Co-Founder Die Parkerei

Dass Einfachheit die Nutzung tatsächlich verändert, zeigt ein kommunales Beispiel: Göttingen führte im Sommer 2021 das App-Parken als Alternative zum Münzeinwurf ein – bereits ein Jahr später beglich jeder fünfte Parkende seine Gebühr auf digitalem Weg. Der Umstieg gelingt dort, wo die einfache Option verfügbar und verständlich ist.

Der Ansatz der Parkerei

Die Parkerei baut auf genau dieser Logik auf: Gemeinsame technische Basis ist die kamerabasierte, digitale Kennzeichenerkennung. Ob zusätzlich eine Schrankenanlage verbaut wird, hängt vom jeweiligen Standort ab – mit oder ohne Schranke, je nach Szenario. Wo ein höherer Zufahrts- oder Sicherheitsschutz gefragt ist, bleibt die Schranke sinnvoll; bei offener, stark frequentierter oder schnell wechselnder Nutzung bietet sich der schrankenlose Betrieb an. In beiden Varianten steht dasselbe Ziel im Vordergrund: keine Wartesituation, ein einfacher Bezahlvorgang und ein Ablauf, den Parkende ohne Erklärung verstehen.

Quellen: Presseportal / EURO Kartensysteme GmbH (girocard), „Kein Kleingeld mehr fürs Parken", Juli 2026, Grundlage infas quo Parken-Umfrage 2026 · Treffpunkt Kommune, „Digitales Parkmanagement in Göttingen", Januar 2026 (u. a. YouGov-Umfrage im Auftrag von Parkster, Januar 2025) · Riverty, „Parking Studie Deutschland – Free-Flow-Parking", August 2024

Stefan Knödler, Steffen Mayer

Stefan Knödler und Steffen Mayer

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